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Dürreperiode und Nahrungsmittelkrise in Kenia

Kenia hat den Dürrenotstand ausgerufen

Letztes Jahr hatte die kenianische Bevölkerung mit einer außergewöhnlich langen und intensiven Dürreperiode zu kämpfen, wodurch ein erheblicher Teil der Aussaat vor der Ernte vertrocknet ist. In weiten Teilen des Land kommt es nun zu einer Nahrungsmittelknappheit. Besonders die trockenen Regionen im Norden und Osten Kenias sind betroffen. In den übrigen Teilen des Landes hat die Knappheit vor allem Auswirkungen auf die Preise der noch verfügbaren Grundnahrungsmittel wie Mais und Bohnen. Die Preise waren in den letzten Jahren ohnehin schon gestiegen, mit weiteren Erhöhungen ist zu rechnen. “Tomaten sind beispielsweise doppelt so teuer wie letztes Jahr, auch Getreide”, erklärt Pamela Aloo, Nyota Projektmitarbeiterin in Kenia.

Dürreperiode und Nahrungsmittelkrise

Für viele Menschen in Kenia stellt dies eine ernstzunehmende Bedrohung dar, vor allem für jene, die keinerlei Eigenversorgung haben und somit von Preiserhöhungen zu 100% betroffen sind. Da die Entwicklung bereits im letzten Jahr abzusehen war, konnten wir bereits zusätzliche Nahrungsmittelvorräte für die KiTa anlegen, ergänzend zu den Erträgen aus unserem Eigenanbau. Auch diese litten unter der anhaltenden Dürre und fielen vergleichweise schlechter als sonst aus. Noch gelingt uns keine vollständige 100% Versorgung der Kita und den betreuten Kindern das ganze Jahr über und auch wir sind auf Zukäufe vom lokalen Markt angewiesen. Wir arbeiten jedoch kontinuierlich daran, die Erträge zu verbessern und den Eigenanbau auszubauen. Ziel ist die vollständige, ganzjährige Versorgung der Kindertagesstätte und ihren Bewohnern. Da an manchen Tagen bis zu 60 Personen zu versorgen sind, setzt dies einen entsprechenden Ertrag aus dem Anbau voraus.

 

Nyota’s Organic Green Garden – warum der Eigenanbau so wichtig ist

Schon seit Jahren arbeiten wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung unseres Eigenanbaus im Nyota Green Garden Projekt, mit dem Ziel möglichst viele Kinder und Mitarbeiter mit selbst angebauten Nahrungsmitteln versorgen zu können. Von Anfang an haben wir dabei besonderen Wert auf die Verwendung des einheimischen, traditionellen Saatguts in Kombination mit neuesten Erkenntnissen der modernen ökologischen Landwirtschaft gelegt, was sich Krisen wie dieser besonders bemerkbar macht. Indigene Obstbäume wachsen meist langsamer als ihre hochgezüchteten Verwandten, sind jedoch langfristig wesentlich resistenter und wiederstandsfähiger.

Dürreperiode und Nahrungsmittelkrise Organic Farming

In der kenianischen Landwirtschaft dominiert seit Jahrzehnten die Verwendung von hochgezüchtetem Saatgut westlicher Agrarkonzerne, welches hohe Erträge und schnelles Wachstum unter Verwendung von künstlichen Düngemitteln verspricht. Dies funktioniert meist leider nur unter Idealbedingungen, welche immer seltener gegeben sind und auch nur für einen begrenzten Zeitraum. In Kombination mit Monokultur veröden die Böden, die jungen Pflanzen sind nicht resistent genug, um eine längere Dürreperiode zu überstehen. Wenn dann noch der Regen mit deutlicher Verspätung einsetzt, fehlen den Bauern die finanziellen Mittel um das teure Saatgut nachzukaufen und die Felder neu zu bestellen. Viele Sorten sind bewusst so gezüchtet, dass die Bauern sie nicht selbst reproduzieren können, sodass Sie in einen Teufelskreis aus Hungersnöten und Verschuldung geraten.
Anders ist die Situation im Nyota Green Garden: Sicherlich haben auch wir dieses Jahr keine optimale Ernte, aber der Großteil unserer Pflanzen hat dank höherer Widerstandsfähigkeit und der bewährten ökologischen Anbaumethoden überlebt, sodass wir die Versorgung der KiTA mit eigenem Getreide, Obst und Gemüse unterstützen. Dürreperiode und Nahrungsmittelkrise

Dennoch spüren wir die Auswirkungen der langen Dürreperiode auch in Lwala und der Kindertagesstätte. Als Teil der Gemeinde erleben wir, wie die Menschen unter den steigenden Nahrungsmittelpreisen leiden. Viele Kinder bekommen Zuhause keine ausreichende Versorgung. Wir werden in den nächsten Wochen gezielt helfen, wo die Not am größsten ist, z.B. durch kleine Soforthilfepakete. Langfristig verstärken wir die bisher sehr positiv angenommenen Workshops in den Gemeinden zu den Themen nachhaltige Anbaumethoden und Eigenversorgung. Dürreperiode und Nahrungsmittelkrise

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