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Lebensmittelhilfen und Homeschooling in Lwala

Nyota passt die Unterstützung der aktuellen Krise in Kenia an

Allgemeiner Lockdown und anhaltende Schließung der Kindertagesstätte – die Arbeit mehrerer etablierter Nyota-Projekte ist durch die Corona-Pandemie stark beeinträchtigt. Dennoch steht das Nyota-Team den Familien in Lwala während dieser Krise zur Seite: Wir haben uns der aktuellen dynamischen Lage angepasst und flexible Wege entwickelt, auch in dieser Sondersituation zu helfen – sei es mit Nahrungsmitteln oder konkreten Hilfestellungen in der aktuellen Notlage. Lesen Sie hier mehr über die aktuellen Maßnahmen von Nyota e.V. sowie über einige erfreuliche Erfolge unserer Projekte.

Hunger, Armut und fehlende Medikamente stellen große Probleme für einen großen Teil der Bevölkerung Kenias dar. Nun haben die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Bevölkerung zusätzlich hart getroffen. Neben den angeordneten Schulschließungen, Ausgangssperren und dem Versammlungsverbot kam es zu einem Zusammenbruch der Wirtschaft. Lieferengpässe bei den ohnehin raren Lebensmittel bringen für große Teile der armen Bevölkerung dramatische Folgen mit sich.

Nyota e.V. hat vorranging Reis und Linsen eingekauft, um die Hungersnot unter den betreuten Kindern und deren Familien zu lindern

Notversorgung mit Lebensmitteln – eine Hilfe, die sofort ankommt

Schon lange ist die Versorgungslage mit Nahrungsmitteln in Ostafrika angespannt. Bereits vor der Corona-Pandemie gingen Schätzungen davon aus, dass im Jahr 2020 über 25 Millionen Menschen in Ostafrika von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein würden. Zusätzlich spitze sich die Situation zum Jahreswechsel zu, als Milliarden von Heuschrecken aus Äthiopien und Somalia über die Grenze zogen, sich über Weiden und Bäume hermachten und ganze Landstriche verwüsteten – ein Problem, das noch bei weitem nicht überwunden ist. Im Zuge der Coronakrise wurden nun lokale und regionale Lieferketten abrupt unterbrochen und es kam zu einem deutlichen Preisanstieg der ohnehin knappen Lebensmittel. Zudem wurden die als Umschlagspunkt essentiellen Märkte verboten. Viele Familien sehen sich als Konsequenz nicht in der Lage, Nahrungsmittel zu beschaffen.

Unsere höchste Priorität ist die Bekämpfung des Hungers – unter anderem über direkte Nahrungsmittelhilfen als Soforthilfe. Im Zuge dessen waren wir glücklicherweise in der Lage, zwei Tonnen Linsen aus Tansania zu erwerben. Durch den hohen Proteingehalt kann der Verzehr von Linsen einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung einer Mangelernährung darstellen. Diese wichtigen Proteinquelle verteilen wir nun zusammen mit anderen Grundnahrungsmitteln wie z.B. Reis bei Hausbesuchen an die Nyota-Patenfamilien aber auch an andere, besonders bedürftige Familien. Durch diese Soforthilfen wird ein wichtiger Beitrag geleistet, die Hungersnot für die Familien in Lwala zu lindern.

Das Nyota Community Empowerment Programm zahlt sich aus

Mit dem Community Empowerment Programm fördern wir seit 6 Jahren Kleinbauern in der Region Lwala sowie die Familien der Nyota-Patenkinder mit fundiertem Wissen und Schulungen rund um das Thema nachhaltige Landwirtschaft. Das Programm bietet Hilfe zur Selbsthilfe mit dem Ziel, die Nahrungsmittelgrundversorgung in der Region sicherzustellen. In regelmäßig stattfindenden kostenlosen Community Trainings und Feldbesuchen fördern wir einen Wissenstransfer zwischen den insgesamt knapp 800 teilnehmenden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und schulen sie in bewährten und nachhaltigen ökologischen Anbaumethoden. Seit Beginn des Lockdowns mussten diese Workshops leider eingestellt werden. Unser Workshopleiter Martin begann Anfang Juli die teilnehmenden Kleinbauern zu besuchen, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen und den einzelnen Bauern mit konkretem Rat und Hilfestellungen zur Seite zu stehen.

Diese Besuche zeigen, dass ein Großteil der Teilnehmer ihr erlerntes Wissen auch in die Tat umsetzen konnte. Besonders freuen uns die Neuigkeiten, dass die Kleinbauern in unserem Programm die aktuelle Krise überdurchschnittlich gut bewältigen: Einige von ihnen hatten genug Gemüse und Obst zum Verzehr und konnten sogar Überschüsse verkaufen. Hierbei spielten auch die guten Erträge der im letzten Jahr von Nyota abgegebenen Karottensamen sowie des verteilten einheimischen Gemüsesaatguts eine große Rolle. Diese Erfolge bestätigen uns in unseren Bemühungen und wir werden weiterhin mithilfe des Community Empowerment Programms die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln in der Region durch nachhaltige Anbaumethoden vorantreiben.

Die Erträge der ökologisch wirtschaftenden Kleinbauern fielen höher aus, als die der konventionell wirtschaftenden Landwirte

Das Nyota-Team in Kenia führt Homeschooling ein

Als eine der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus setzt die Regierung seit Mitte März auf Schulschließungen. Mittlerweile wurde bekannt gegeben, dass Primary und Secondary Schools für das ganze Jahr geschlossen bleiben sollen. Digitaler Unterricht findet nur an einigen Colleges und Universitäten statt. Unklar ist noch, wie mit Abschlussklassen und den nötigen Übertrittsprüfungen umgegangen werden wird. Da Homeschooling weiterhin erlaubt ist, machen sich zwei bis drei Nyota-Teams wochentags auf den Weg, die Familien der Nyota-Patenkinder aus Kita, Primary und Secondary zu besuchen: Jeweils zwei Nyota-Mitarbeiter/Innen verteilen Schulmaterialien und Hausaufgaben und bieten den Kindern Hilfestellungen zum Lernstoff. Auch die Kinder der Kindertagesstätte kommen nicht zu kurz – die Kinder im Alter zwischen 3 und 5 Jahren werden durch Spiele beschäftigt und aufgemuntert.

Im Juli hat das Nyota Team in Kenia Homeschooling eingeführt und besucht in kleinen Teams KiTa und Primary Kinder bei ihren Familien

Wir nutzen die Gelegenheit dieser Heimbesuche auch, um mehr über aktuell auftretende Probleme der Familie zu erfahren und sie bei Lösungen zu unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufklärung über den Umgang mit Infektionskrankheiten: Im Vordergrund steht hierbei die Vermittlung wichtiger Hygienemaßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung, wie z.B. richtiges Händewaschen. Da das Team bei den Besuchen auch von einer Krankenschwester begleitet, kann die Gesundheit der Kinder regelmäßig überprüft werden. Für uns sind diese Besuche von zentraler Bedeutung, da wir so in Kontakt mit den Kindern bleiben und ihnen und ihren Familien in dieser schwierigen Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben die ohnehin unter Hunger leidende Bevölkerung Kenias hart getroffen. Mit unseren Hilfen reagieren wir flexibel auf das aktuelle Geschehen und geben alles, um für die Kinder im Nyota-Patenprogramm und ihre Familien da zu sein. Mit einer Spende können Sie einen Beitrag zu dieser wichtigen Arbeit leisten.

Text: Marie Lechler | Fotos: Nyota e.V.

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